Eileen Gray: Pionierin der modernen Designkunst
1932 entwarf Gray ein zweites Haus für sich in Tempe-Palau. Doch der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zwang sie, aus Sicherheitsgründen ins Landesinnere zu ziehen. Diese Zeit der Isolation machte sie für den Rest ihres Lebens zu einer Einsiedlerin. Nach ihrer Rückkehr nach Tempe-Palau fand sie ihr Haus verwüstet vor; auch ihre Wohnung in Saint-Tropez, wo die meisten ihrer Werke lagerten, erlitt dasselbe Schicksal. Gebeutelt von diesem Verlust, war ihr kreatives Schaffen während des Krieges stark eingeschränkt. 1954 begann sie mit dem Bau ihres dritten Wohnsitzes in Loupelo bei Saint-Tropez, blieb aber völlig aus der Öffentlichkeit verschwunden. Später lebte sie in einer Wohnung in der Rue Bonaparte in Paris und setzte ihre Designarbeit fort. Erst in den 1970er Jahren erlangte Gray durch eine Reihe von Retrospektiven ihrer Werke allmählich Anerkennung. Sie starb 1976, und der französische Rundfunk strahlte einen Nachruf aus – die Welt hatte inzwischen den Verlust eines Genies erkannt.
Heute haben sowohl Irland als auch Frankreich Schritte unternommen, um Eileen Grays Genie zu würdigen. In Irland zeigte das Nationalmuseum in Collins Barracks eine Ausstellung, die Grays Lebensgeschichte anhand ihrer Werke erzählte. Diese wurden nach ihrem Tod aus ihrer Pariser Wohnung erworben. Zuletzt veranstaltete das Centre Pompidou in Paris 2013 eine große Retrospektive, die bisher unveröffentlichte Werke von Gray präsentierte und ihre künstlerische Innovation hervorhob. Diese Ausstellung war eine eindrucksvolle Hommage an die „großartige und ausdrucksstarke“ irische Designerin – Anerkennungen, die ihr zeitlebens verwehrt geblieben waren.