Architektonische Rotationstechnik
Die architektonische Rotationstechnik bezeichnet die Veränderung der Gesamtform und des Grundrisses eines Gebäudes durch Drehung des Hauptgebäudes, einzelner Bauteile oder des Innenraums bereits in der Entwurfsphase. Gleichzeitig ermöglicht sie die flexible Anpassung der Ausrichtung und der Eingangsposition, um das Gebäude optimal an unterschiedliche Standortbedingungen und räumliche Anforderungen anzupassen. Diese Entwurfstechnik schafft einen unverwechselbaren Architekturstil und zieht die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich.
Durch Rotationsoperationen können Planer die Ausdehnung des Raumes verändern, eine bessere akustische Verbindung zur Umgebung herstellen und dies als Ausgangspunkt für vielfältige Veränderungen der Gebäudeform und -raumgestaltung nutzen. Es ist jedoch zu beachten, dass die Rotationskonstruktion die Gesamtstruktur des Gebäudes unterbrechen und die Einhaltung der Anforderungen an Erdbebensicherheit, Windbeständigkeit und Kippsicherheit erschweren kann.
Als Maßstab für die Transformation von einem „Internet-berühmten Architekten“ zu einem erstklassigen Weltklasse-Designbüro erlangte BIG erstmals Bekanntheit in der chinesischen Öffentlichkeit durch das atemberaubende Erscheinungsbild des dänischen Pavillons auf der Expo 2010 in Shanghai, der gleichzeitig das erste abgeschlossene Projekt von BIG außerhalb Dänemarks ist.
Der Pavillon ist ein typisches Beispiel für die Rotationstechnik: Durch die Drehung eines Teils des Bauvolumens um die Mittelachse ändert sich die Öffnungs- und Schließrichtung des Raumes. Er besteht aus zwei kreisförmigen Bahnen, die den Innen- und Außenbereich trennen. Von oben betrachtet, erscheint der gesamte Pavillon spiralförmig. Dadurch wird die geschlossene Bauweise traditioneller Pavillons aufgebrochen und den Besuchern ermöglicht, während ihres Besuchs kontinuierlich zwischen Innen- und Außenräumen zu wechseln.