Renzo Piano – Der Meister der poetischen Architektur
Fokus auf Integration
Pianos ständiges Anliegen ist es, Architektur, Technologie und den physischen Kontext so miteinander zu verweben, dass ein Gebäude seine Umgebung ergänzt und von ihr abhängt. Beim Kulturzentrum Tjibaou beispielsweise orientierte er sich am Grundriss eines traditionellen Kanak-Dorfes und gruppierte zehn unterschiedlich große Hütten zu drei Weilern, die ein multifunktionales Ganzes bilden. Ausgehend von diesem lokalen Beispiel abstrahierte er dessen Holzrippenkonstruktion und übersetzte sie in eine moderne Formensprache. So entstand eine Architektur, die unverkennbar zeitgenössisch und gleichzeitig tief in der Kanak-Kultur verwurzelt ist.
Das Paul-Klee-Center wurde zum Gedenken an den Künstler Paul Klee errichtet. Renzo Piano reagierte in seinem Entwurf auf das sanft abfallende Gelände, indem er das Gebäude zur Hälfte unterirdisch einbettete, während die andere Hälfte mit ihrer geschwungenen Fassade harmonisch in die Landschaft eingebettet ist. Drei „Hügel“ sind durch einen 150 Meter langen „Museumskorridor“ miteinander verbunden. Der Nordflügel beherbergt das Kindermuseum, Konferenzräume und den Konzertsaal; der Mittelteil die Kunstausstellungsräume; und der Südteil Forschungs- und Verwaltungsräume. Im gewölbten zentralen Ausstellungsraum sind Trennwände von der Decke abgehängt, die eine flexible Umgestaltung des Raumes ermöglichen. Das Dach ist begrünt und wirkt aus der Ferne wie ein kleiner Hügel, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt und perfekt mit der natürlichen Umgebung verschmilzt.
Architektonische Vielfalt