In den 1930er Jahren konzentrierte sich Aalto in Amerika auf die Standardisierung, inspiriert von den Zellvariationen der Natur. Er erforschte organische Formen und bereicherte seinen Stil mit natürlichen Materialien und flexiblen Räumen.
Seine Lehrtätigkeit am MIT während des Zweiten Weltkriegs inspirierte ihn zu seinem ersten Auslandsprojekt, dem MIT Baker House, wo er die organische Stadtplanung mit Backsteinen weiterentwickelte.
In den 1950er Jahren adaptierte er den deutschen Standardwohnungsbau auf humane Weise. Er lehnte starre Fertigbauten ab und setzte stattdessen auf geschwungene Formen. Auf die Frage nach seinem Modul antwortete er: „Ein Millimeter“ – seine Detailverliebtheit steht im Kontrast zu den heutigen Fließbandbauten.
Aalto entwarf ganzheitlich (Außenbereich, Innenbereich, Möbel). Kenneth Frampton brachte ihn mit nordischen Existenzialisten in Verbindung und knüpfte an Heideggers Konzept „Bauen, Wohnen, Denken“ an.
Seine Möbel vereinten Funktionalität, Ästhetik und Massenproduktion (Arteks Ethos). Für das Kulturzentrum in Helsinki von 1958 entwarf er neue Ziegel, die fließende Formen ermöglichten, welche an seine Glasvase von 1936 erinnerten.